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Flugzeuge dürfen bei Gewitter fliegen. Es kommt jedoch auf die Intensität an. Blitz, Turbulenzen und Unwetter werden vorab bewertet, bevor ein Flugzeug in die Luft steigt.
Wir zeigen Ihnen, wann ein Flugzeug bei Gewitter nicht startet, was bei Regen und Blitz zu beachten ist, und was das für Ihren Flug bedeutet.

Ist Fliegen bei Gewitter sicher? | Ja. Moderne Flugzeuge sind für Blitzeinschläge und Turbulenzen konstruiert. |
Blitzeinschläge pro Jahr | Jedes Verkehrsflugzeug wird ca. 1–2x pro Jahr getroffen |
Erkennen Piloten ein Gewitter? | Ja, Gewitterzellen bis etwa 300 Kilometer Entfernung. |
Werden Gewitter durchflogen? | Nein. Piloten umfliegen Gewitterzellen grundsätzlich. |
Häufigste Auswirkung | Verspätungen durch gestoppte Bodenabfertigung bei Blitzgefahr |
Letzter Absturz durch Blitz | 1963 (Pan Am 214). Seitdem grundlegende Konstruktionsänderungen. |
Gut zu wissen: Bei Flugverspätung oder Ausfall durch Gewitter stehen Ihnen in jedem Fall Betreuungsleistungen zu: Verpflegung, Kommunikation und bei Bedarf Hotelübernachtung. In einigen Fällen besteht dennoch auch ein Anspruch auf Ausgleichszahlung von 250 bis 600 €, wenn Sie zu spät ankommen.
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Ja, Flugzeuge können bei Gewitter fliegen. Aber kein Pilot steuert freiwillig in eine Gewitterzelle hinein.

Denn der Wetterradar an Bord moderner Verkehrsflugzeuge erkennt Gewitterzellen in einer Entfernung von bis zu 300 Kilometern. Interessant dabei ist, dass die Radardaten farbcodiert im Cockpit dargestellt werden:
Erkennt das Radar eine Gewitterzelle, passt der Pilot die Flugroute an. In der Regel werden Gewitter seitlich umflogen, was eine Routenverlängerung von 10 bis 50 Kilometern bedeutet. Bei großflächigen Gewitterfronten (z. B. einer Squall Line, die sich über mehrere hundert Kilometer erstreckt) muss die Route stärker angepasst werden. Dann sind Umwege von bis zu 200 Kilometern möglich.
Die Entscheidung über Start und Landung bei Gewitter liegt nicht allein beim Piloten. Drei Instanzen spielen zusammen:

So sieht das aus: | ||
Pilot (PIC) | Letzte Entscheidung über Start, Route und Landung | Kapitän verzögert Start, bis Gewitterzelle durchgezogen ist |
Flugsicherung | Koordination des Luftraums, Separierung der Flugzeuge | Sperrung von Lufträumen über Gewitterzellen, Umleitung von Anflügen |
Flughafenbetreiber | Boden-Infrastruktur: Bahnen, Abfertigung, Vorfeld | Stopp der Bodenabfertigung bei Blitzgefahr im Vorfeldbereich |

Ein Blitzeinschlag klingt dramatisch, ist für Passagiere aber ungefährlich. Der Metallrumpf eines Flugzeugs funktioniert wie ein Faradayscher Käfig. Die elektrische Ladung wird über die Außenhaut abgeleitet und gelangt nicht ins Innere der Kabine.
Gut zu wissen: Ein Blitz am Flugzeug ist kein Grund zur Panik. Die Konstruktion moderner Verkehrsflugzeuge leitet die Energie sicher ab. Du bist im Flugzeug bei Gewitter sogar besser geschützt als am Boden im Freien.
Statistisch wird jedes Verkehrsflugzeug ca. ein- bis zweimal pro Jahr vom Blitz getroffen. In den allermeisten Fällen bemerken Passagiere davon nichts. Gelegentlich ist ein kurzes Aufleuchten außen oder ein dumpfes Geräusch wahrnehmbar. Nach der Landung überprüft das technische Personal die Außenhaut auf mögliche Einschlagspuren (sogenannte Pit Marks).
Nein. Der Metallrumpf wirkt als Faradayscher Käfig und leitet die Energie sicher über die Außenhaut ab. Passagiere und Systeme an Bord sind geschützt. Denn der Blitz trifft typischerweise an einer bestimmten Stelle des Flugzeugs ein, zum Beispiel an der Nasenspitze oder einer Tragflächenspitze.
Von dort fließt der Strom über die metallische Außenhaut und verlässt das Flugzeug an einer anderen Stelle, häufig am Heck oder an den Static Dischargers (Entladungsspitzen). Im Inneren des Flugzeugs kommt also keine Spannung an. Das alles ist bereits im Bau des Flugzeuges berücksichtigt.
1963 stürzte Pan Am Flug 214 über Maryland ab. Ein Blitz hatte den Treibstoffdampf in einem Flügeltank entzündet. Es war der letzte Absturz seiner Art.
Die Luftfahrtindustrie zog die Konsequenzen: explosionsgeschützte Tanks, Blitzableiter an den Tragflächenspitzen, abgeschirmte Leitungen, redundante Elektronik. Seit über 60 Jahren hat kein Blitzeinschlag mehr ein Linienflugzeug zum Absturz gebracht.
Wenn am Flughafen Blitzgefahr besteht, stoppt sofort die gesamte Bodenabfertigung. Betankung, Gepäckverladung und Catering werden eingestellt, weil das Personal im Freien arbeitet und einem direkten Blitzschlagrisiko ausgesetzt wäre.
Zieht eine Gewitterzelle direkt über den Flughafen, können auch Start- und Landebahnen gesperrt werden. An großen Drehkreuzen wie Frankfurt oder München genügt das, um eine Kettenreaktion auszulösen. Verspätungen bauen sich auf, Slots verschieben sich, Crewzeiten laufen ab. Flüge, die eigentlich noch starten sollten, werden am späten Abend annulliert, weil die Maschine das gesetzliche Nachtflugverbot sonst nicht mehr einhalten könnte.
Gut zu wissen: Das Gewitter selbst ist für Passagiere im Flugzeug kaum eine Gefahr. Der häufigste Grund für Flugausfälle bei Gewitter ist die Sicherheit des Bodenpersonals, das bei Blitzgefahr nicht im Freien arbeiten darf.
Ein Gewitter zieht auf, aber dein Flug ist in 30 Minuten geplant. Startet die Maschine noch?
Das hängt von mehreren Faktoren ab. Piloten und Flugsicherung bewerten die Zugrichtung, die Geschwindigkeit der Gewitterzelle und die geplante Abflugroute.Liegt ein Zeitfenster vor der Gewitterfront, kann der Flug noch abheben.
Piloten sprechen vom „Window of Opportunity“. Die Entscheidung trifft letztlich der Kapitän (PIC, Pilot in Command). Wenn er das Risiko für zu hoch hält, bleibt die Maschine am Boden. Deshalb passiert es regelmäßig, dass an einem Flughafen manche Flüge noch starten, während andere bereits gestrichen sind. Das liegt an unterschiedlichen Abflugrouten, Flugzeugtypen und der individuellen Einschätzung des Kapitäns.
Beginnen wir ganz vorne: Denn Gewitter erzeugen starke vertikale Luftbewegungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 Metern pro Sekunde. Diese Auf- und Abwinde sind der Hauptgrund für Turbulenzen in der Nähe von Gewitterzellen. Je näher das Flugzeug der Zelle kommt, desto stärker die Turbulenzen. Es gibt sogar Turbolenzstufen:
Stufe | Was passiert? | Gefährlich? |
Leicht (Light) | Sanftes Wackeln, ähnlich einer holprigen Straße. Getränke schwappen leicht. | Nein. Kommt auf fast jedem Flug vor. |
Mäßig (Moderate) | Gegenstände rutschen, Gehen im Gang wird schwierig. Der Gurt zieht spürbar. | Nein, aber unangenehm. Anschnallzeichen leuchtet. |
Schwer (Severe) | Passagiere werden kurzzeitig in den Sitz gedrückt oder angehoben. Ungesicherte Gegenstände fliegen. | Für nicht Angeschnallte ja. Für das Flugzeug: nein. |
Extrem (Extreme) | Flugzeug wird kurzzeitig unkontrollierbar. Äußerst selten. | Theoretisch strukturgefährdend, in der Praxis fast nie erlebt. |
So sind moderne Verkehrsflugzeuge für Belastungen zertifiziert, die im Linienbetrieb schlicht nie vorkommen. Bei Tests biegen sich die Tragflächen einer Boeing 787 um über sieben Meter nach oben und halten trotzdem.
Regen allein ist kein Hinderungsgrund für einen Flug. Verkehrsflugzeuge starten und landen auch bei starkem Regen. Entscheidend ist nicht die Niederschlagsmenge, sondern die Sichtweite. Das heißt: Die sogenannte Runway Visual Range (RVR) bestimmt, ob eine Landung möglich ist.
Bei extrem starkem Regen kann die RVR auf unter 200 Meter fallen.
Dann sind nur noch CAT-III-Landungen (vollautomatisch) möglich, und auch nur an Flughäfen, die dafür zertifiziert sind. So kann es sein, dass ein Regionalflughafen die nötige Ausstattung gar nicht hat und der Flug umgeleitet werden muss. Zusätzlich spielt Aquaplaning eine Rolle. Ab einer bestimmten Wassertiefe auf der Landebahn verringern sich Brems- und Steuerkräfte erheblich. Die Flughafenbetreiber messen die Wassertiefe laufend und sperren die Piste notfalls temporär.
Während Turbulenzen in der Luft konstruktiv harmlos sind, ist Windscherung bei Start und Landung das eigentlich kritische Phänomen. Sie entsteht, wenn ein starker Abwind (Downburst oder Microburst) aus einer Gewitterzelle auf den Boden trifft und sich horizontal ausbreitet.
Für ein landendes oder startendes Flugzeug bedeutet das einen plötzlichen Wechsel von Gegen- zu Rückenwind innerhalb weniger Sekunden. Die Maschine verliert schlagartig Auftrieb. Genau deshalb werden Starts und Landungen bei Gewitterzellen in Flughafennähe gestoppt, noch bevor das Gewitter direkt über dem Feld steht.
Moderne Flughäfen setzen dafür LLWAS (Low Level Wind Shear Alert Systems) und Doppler-Wetterradar ein. Piloten erhalten eine automatische Warnung und können sofort durchstarten.
Die EU-Verordnung 261/2004 regelt die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen und Annullierungen. Sie gilt für alle Flüge, die in der EU starten, und für Flüge, die mit einer EU-Airline in die EU fliegen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Flugverspätung und Entschädigung.
Bei Gewitter berufen sich Airlines in der Regel auf „außerordentliche Umstände“. Das bedeutet: Die Airline ist von der Pflicht zur Ausgleichszahlung (250 bis 600 Euro je nach Flugstrecke) befreit, weil sie das Wetter nicht kontrollieren kann.
Aber: Betreuungsleistungen stehen dir in jedem Fall zu, egal ob der Grund außerordentlich war oder nicht. Die Airline muss für Essen, Getränke, Kommunikation und bei Bedarf eine Hotelübernachtung sorgen. Außerdem hast du das Recht auf Umbuchung oder Erstattung des Ticketpreises. Details findest du unter Flugausfall und Entschädigung.
Situation | Betreuungsleistungen |
Verspätung ab 2 Stunden | Essen, Getränke, 2 Telefonate/E-Mails |
Verspätung ab 3 Stunden | Essen, Getränke, Kommunikation |
Verspätung ab 5 Stunden | Alles oben + Ticketerstattung möglich |
Annullierung | Umbuchung oder Erstattung + Verpflegung + ggf. Hotel |
Unser Lesetipp:
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